Heimatmuseum   "Altes Rathaus"

 Museums-Rundgang  >  Uhrenzimmer 

Wir verlassen das Klassenzimmer, halten uns rechts und sehen die Holzfigur eines Schwarzwälder Uhren-Trägers, die Urform des heimischen Händlers. Sie erwarben Uhren von den Uhrmachern und vertrieben sie in Deutschland, sowie den angrenzenden Ländern.

Unter der Figur ein drehbarer Textblock. In vier Sprachen, deutsch, englisch, französisch und ungarisch beschreiben sie die jeweiligen Themen, damit Besucher unserer Partnerstädte die Inhalte der einzelnen Räume in Kurzform nachlesen können.

Mit dem Betreten des Uhrenzimmers folgt ein „Aha-Erlebnis" über die Vielfalt der ausgestellten Uhren. Es sind alles Schwarzwälder Uhren, die im Laufe der Jahrzehnte ihr Aussehen veränderten. Die ältesten Stücke sind 250 Jahre alt, Schwarzwalduhren mit dem Holzschild. Sie werden auch Schilderuhren genannt und waren Vorgänger aller nachfolgenden Uhrenmodelle.

Die Geschichte der „Schwarzwälder Uhr" begann Mitte des 17. Jhs. in den höheren Regionen des Schwarzwaldes. Zentren bildeten sich um Furtwangen und Neustadt.

Glasträger haben von ihren Reisen eine hölzerne Uhr in den Schwarzwald mitgebracht. Unbekannt ist der Holzhandwerker, der die Uhrenherstellung begründete. Vor allem ergriffen nichterbberechtigte Bauernsöhne das neue Gewerbe. Die Uhrmacher arbeiteten in ihren kleinen Häusern, die Werkstatt war meist in der Stube eingerichtet. Zuerst wurden Uhren mit einfachen Werkzeugen wie Zirkel, Bohrer, Säge und Messer hergestellt. Die Erfindung des Zahnstuhls zur Zahnräder-Herstellung und Verwendung des Spiralbohrers beschleunigten die Produktion. Die hausgewerblichen Uhrmacher konkurrierten bis Ende des 19. Jahrhunderts mit der aufkommenden Uhrenindustrie.

Die ausgestellten Uhren wurden zum großen Teil von Herrn Hör, Fa. Krieg, FDS, kostenlos repariert.

Nehmen Sie sich in diesem Raum etwas mehr Zeit, denn es lohnt die prächtigen alten Uhren näher anzusehen.

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