Heimatmuseum "Altes "Rathaus"
Museums-Rundgang > Sakraler Raum
Feldkreuz und ein Spruch über der Tür leiten uns in den kirchlichen Bereich. Entsprechend der Infrastruktur unserer Gemeinde, ist hier der christliche Glaube. bzw. die Religion auf breiter Basis mit Relikten von abgegangenen Kirchen der Gesamtgemeinde und des unteren Kinzigtales gegenwärtig. Die Exponate zeigen wichtige „Stationen im Leben eines Christen": Zuerst die Taufe, es folgen Kommunion, Konfirmation, Christenlehre, danach die Hochzeit - mit Sterben und Tod endet der Lebensablauf.
Gleich
beim Eintreten werden wir von Jesus Christus, der zentralen Gestalt des
Christentums, in Form einer lebensgroßen Figur empfangen.
Magnet der Lossburger Bürger ist die Mappe mit den Konfirmanden-Bildern. Gar mancher findet sich gleich. Darunter ein Relikt aus der ehemaligen Lossburger Jakobskirche: die vordere Wand und beide schmiedeeisernen Begrenzungen des ehemaligen Altars, davor ein Holzträger, der die Empore stützte.
Beim Umbau der Jakobskirche - in ein Bürgerhaus - konnten weitere Teile vor der Vernichtung gerettet werden, so die Bibelauflage der Kanzel und zwei Ecksteine aus Buntsandstein, die am Aufgang zur Kanzel und Empore die Geländer aufnahmen.
Beide
Gardinen zeigen die dem Apostel Jakobus, dem Bruder Jesu, geweihten Kirchen in
Rodt und Lossburg. Jakobus im Jahr 43
enthauptet, war erster Märtyrer unter der Aposteln. Sein Grab war lange
vergessen, bis er sich dem Eremiten Pelayo auf dem Sternenfeld, spanisch "Compostela",
offenbarte. Das 1520 erbaute Rodter Jakobs-Kirchlein wurde 1931/32 wegen
Baufälligkeit abgerissen - Glasfenster von 1572 sind noch erhalten. 
Dank Erwin Seeger aus Unterbrändi konnte die ehem. Wallfahrtskirche in Unterbrändi gerettet werden. Er baute mit großem persönlichen Einsatz die verfallende Marienkirche zum Cafe um. Bei Restaurierungsarbeiten legte er 1977 bemalte Deckenreste, „Strohwickel", frei, auch Schindeln und handgeschmiedete Nägel.
Eine ganze Wand handelt von Sterben und Tod, so auch das Vortragekreuz. Es wird vom Ministranten beim feierlichen Gottesdienst, bei einer Prozession oder einem Begräbnis vorangetragen. Es befindet sich im Altarraum und erinnert die sonntäglichen Gottesdienstbesucher daran, dass die Menschen „mitten im Leben vom Tod umfangen sind".
Beide Gedenktafeln der Toten des 2. Weltkriegs mahnen heutige Generationen, den Wahnsinn „Kriege jeglicher Art" mit Waffen zu unterlassen und Konflikte mit Worte zu lösen.